Hamburg hat eine einzigartige Bierkultur, die in den letzten Jahren sehr vielfältig und lebendig geworden ist. In der Metropole wurden viele Brauereien, Bierbars, Shops und verschiedene Projekte sowie Organisationen eröffnet, die mit dem Brauwesen verbunden sind. Mehr auf hamburg1.one.
Eine interessante und authentische Einrichtung, die ihr eigenes Bier in Hamburg braut, ist die Brauerei „Blockbräu“, die sich im Herzen des Hafengebiets befindet. Hier können Gäste frisch gebrautes Bier und dazu passende Köstlichkeiten direkt aus der hauseigenen Küche genießen.
Die Geschichte der Bierstadt Hamburg
Hamburgs Biergeschichte reicht über 1.000 Jahre zurück, bis in die Zeit der Wikinger, die eine besondere Art von fermentiertem Ale tranken. Bereits im 12. Jahrhundert war Hamburg als „Brauhaus der Hanse“ berühmt. Kein anderes mittelalterliches Handelszentrum stellte so viel Bier her und exportierte es in solchen Mengen wie Hamburg, mit einer jährlichen Exportmenge von fast 600.000 Hektolitern. Die Lage am Wasser war ein großer Vorteil für den Handel, da im Hafen Waren umgeschlagen wurden. Zudem sorgte ein Staudamm an der Alster ab dem 12. Jahrhundert für frisches Wasser, das für die Bierherstellung benötigt wurde.

Im 16. Jahrhundert zählte die Stadt mehr als 500 Brauereien. Heute liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 100 Litern Bier pro Jahr, damals betrug er rund 500 Liter. Dies lag daran, dass Bier als Grundnahrungsmittel galt und aufgrund des Brauprozesses sicherer war als Wasser, da Keime und Bakterien abgetötet wurden.
Die Brauerei „Blockbräu“
Im April 2012 eröffnete die Brauerei „Blockbräu“ nahe den Landungsbrücken. Der Name „Block“ ist in Hamburg bekannt, da diese erfolgreiche Restaurantkette Eugen Block gehört, einer prominenten Persönlichkeit der deutschen Gastronomie. Die Gründung der Brauerei war seine Idee, um neben Bier auch Speisen aus der eigenen Küche anzubieten. Das hausgemachte Bier wird trüb, kalt und frisch gezapft direkt in der Gaststube serviert. Die Brauanlagen befinden sich sichtbar in der Tavernenbrauerei. Zudem verfügt „Blockbräu“ über eine große Terrasse an der Hafenkante mit Blick auf die Docks, wo regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.
Das „Brauhaus Blockbräu“ befindet sich an den Landungsbrücken im Stadtteil St. Pauli und erstreckt sich über drei Etagen. Bis zu 500 Gäste können den Blick auf die Elbe genießen, vorbeifahrende Schiffe beobachten und ein kaltes Hausbier probieren. Für hungrige Gäste gibt es spezielle Gerichte. Im Gästebereich des Erdgeschosses stehen vier Zapfbehälter mit jeweils 2.000 Litern Fassungsvermögen. Jede Woche werden 4.600 Liter Bier gebraut, was jährlich 260.000 Litern entspricht.
Der Brauprozess in der „Blockbräu“

Zunächst wird das Malz in einen speziellen Mahltrichter geladen. Im Maischebottich wird es mit geschrotetem Malz gemischt – dies ist der sogenannte Maischprozess. Danach gelangt das Produkt in den Läuterbottich, wo feste und flüssige Bestandteile getrennt werden. Die Würze fließt durch eine natürliche Filterschicht und wird zurück in den Maischebottich gepumpt. Dort wird die Flüssigkeit zum Kochen gebracht und mit Hopfen versetzt. Während des Brauvorgangs wird die Würzekonzentration überwacht. In der Whirlpool-Anlage werden unlösliche Hopfenbestandteile und Proteine durch tangentiales Pumpen abgeschieden.
Anschließend wird die Würze auf 12 Grad Celsius abgekühlt, belüftet und mit Bierhefe versetzt. Der Sud gelangt in einen Gärtank, wo die Gärung sechs Tage dauert. Danach wird das Bier bei zwei Grad Celsius vier Wochen lang gelagert. Schließlich wird es in den Ausschanktank gepumpt, versteuert und über spezielle Zapfanlagen serviert.
Die Brauerei verbindet die Tradition der Stadt mit der Atmosphäre einer modernen Produktionsstätte. Das Bier hat einen leichten, frischen Geschmack. Für Gäste, die das Braukunstwerk auch unterwegs genießen möchten, wird das „Blockbräu“-Bier in Flaschen abgefüllt, die sie mitnehmen können.
