Geschichte der Bibliothek der Stadt Hamburg

Moderne Deutsche nutzen nicht nur das Internet, sondern besuchen auch gerne Bibliotheken. Große Regale voller Bücher, Zeitschriften und Artikel bieten eine immense Fülle an Informationen, historischen Fakten und Belletristik. Die Atmosphäre der Ruhe und die majestätische Bibliothekshalle erinnern daran, Bücher zu schätzen und zu bewahren.

Die Liebe zu Büchern und Wissenschaft sollte schon in der Kindheit gefördert werden. Kinder lieben bunte Bilder und spannende Geschichten mit glücklichem Ende. Als Erwachsene geben sie diese Liebe weiter. Mehr dazu auf hamburg1.one.

Geschichte der Bibliothek

Es lohnt sich, einen Blick auf die Geschichte der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg “Carl von Ossietzky” zu werfen. Diese große wissenschaftliche Bibliothek dient als zentrale Bibliothek der Universität Hamburg und anderer Bildungseinrichtungen.

Die historischen Ereignisse, die den Grundstein für die Bibliothek legten, reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1479 gründete Heinrich Murmester eine Ratsbibliothek, die den Adligen zur Verfügung stand. Über diese Einrichtung ist wenig bekannt, sie gilt jedoch als die erste Büchersammlung und Vorläuferin der heutigen Staats- und Universitätsbibliothek.

1610 erhielt der Senator und spätere Bürgermeister Sebastian von Bergen Mittel und erste Bücher vom Senat. Die angeschafften oder geschenkten Bücher waren anfangs Werke der antiken Klassiker, historische und theologische Schriften. Diese wurden in der Bibliothek des Johanneums (Johanneums Bibliothek) aufbewahrt. Auf die Bücher wurde “Schola S. Johannis” gestempelt, und das Jahr der Schenkung wurde vermerkt. 1648 wurde im Kloster St. Johann ein Bibliothekssaal eingerichtet, um die wachsende Sammlung unterzubringen.

Im 17. Jahrhundert erhielt die Bibliothek Manuskripte und Bücher des Domherrn und Juristen Friedrich Lindenbrog sowie seiner Freunde: Philologen, Mathematiker, Physiker und Naturforscher. Nach diesen Schenkungen wuchs der Bestand auf etwa 25.000 Exemplare. Viele Manuskripte dieser Zeit sind erhalten geblieben, jedoch wurden die meisten Bücher im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Neuer Entwicklungsschub

1751 wurde ein neues Gebäude für die Bibliothek eröffnet, und ein Bibliothekskodex wurde eingeführt. Seitdem wurde sie als “Öffentliche Stadtbibliothek” bezeichnet. Die Brüder Johann Christoph und Johann Christian Wolf trugen erheblich zur Erweiterung des Bestandes bei, der mehr als 50.000 Bände umfasste. Da die Räumlichkeiten nicht ausreichten, wurde das Gebäude abgerissen und 1751 durch ein neues ersetzt.

1801 beschlossen Senat und Bürger auf Initiative des Bibliotheksdirektors Christoph Daniel Ebeling, einen jährlichen Etat für den Ankauf von Literatur bereitzustellen. Bis 1835 wuchs der Bestand auf 119.000 Bände, was neuen Lagerraum erforderte. Gemeinsam mit der Johanneum-Schule wurde 1840 am Speersort, einem historischen Platz, ein neues Gebäude errichtet, das den Hamburger Brand von 1842 überstand.

Im 19. Jahrhundert wuchs der Bestand weiter auf 560.000 Bände, einschließlich universitärer Veröffentlichungen. 1919 wurde die Bibliothek zur Universitätsbibliothek ernannt.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

1943 verfügte die Bibliothek über 850.000 Bände, doch mehr als 700.000 wurden durch Bombenangriffe zerstört. Die Hamburger Bibliothek erlitt die größten Verluste während des Krieges. Nach Kriegsende begann man, Antiquitäten und Forschungsliteratur zu erwerben. Da das Gebäude zerstört war, wurde das Wilhelm-Gymnasium als vorübergehendes Quartier genutzt, was den Vorteil bot, dass die Bibliothek in der Nähe der Universität Hamburg lag.

Ein Paradies für Bücherliebhaber

1960 wurde ein Buchlager gebaut, und 1968 kam ein Verwaltungsgebäude hinzu. Ein umstrittener Punkt war das Gelände für ein neues Gebäude, das 1982 fertiggestellt wurde.

Heute umfasst der Bestand der Bibliothek 5,3 Millionen Medien, darunter gedruckte und elektronische Werke. Die zentrale wissenschaftliche Bibliothek ist für Studierende, Wissenschaftsinteressierte und Buchliebhaber gleichermaßen von Bedeutung. Dort werden auch Materialien aufbewahrt, die in Hamburg und darüber hinaus veröffentlicht wurden.

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