Wie arbeitete die Polizei in Hamburg vor über 100 Jahren?

Die Geschichte der Polizei in Hamburg ist äußerst interessant und reicht weiter zurück als 100 Jahre. Ihre Tätigkeit begann vor mehr als 200 Jahren. Bereits im 19. Jahrhundert existierte eine Nachtwache, die für Ordnung in der Stadt sorgte, später abgelöst durch die Schutzpolizei. Heute beherbergt die Stadt ein Polizeimuseum, in dem man eine Sammlung von Handschellen und Ketten sehen kann, die das Leben der Verbrecher und die Arbeit der Polizisten in früheren Zeiten dokumentieren. Mehr dazu auf hamburg1.one.

Die Polizei ist Teil der Hamburger Verwaltung und dem Amt für Inneres und Sport unterstellt. Rund 10.000 Polizisten arbeiten daran, die Sicherheit der 1,8 Millionen Einwohner Hamburgs zu gewährleisten und sie vor Kriminalität und Betrug zu schützen. Zudem gibt es zahlreiche Abteilungen wie das Landeskriminalamt, die Schutzpolizei und andere Einheiten.

Historische Fakten

In früheren Zeiten, bevor die Polizei gegründet wurde, gab es in Hamburg eine Nachtwache und eine Hafenpatrouille. Die Wache legte nächtliche Schließzeiten fest und schloss die Stadttore. 1671 wurde die Wache reorganisiert, und 1770 waren 284 Wächter in 64 Bezirken im Einsatz. 1787 wurde die Hafenpatrouille gegründet, zwei Jahre später mit der Polizei zusammengeführt. Vor der französischen Besatzung wurde die Erhebung von Bußgeldern von der staatlichen Institution „Wedde“ organisiert.

Die Zusammenarbeit von Nachtwache und Polizei dauerte bis 1876, als die Wache aufgelöst wurde. Während der französischen Besatzung von 1811 bis 1814 wurden verschiedene Polizeieinheiten zu einer zentralen Behörde zusammengeführt. Nach dem Abzug der Franzosen entschied sich die Hamburger Regierung, diese zentrale Organisation beizubehalten. Am 25. Mai 1814 wurde eine einheitliche Polizeibehörde gegründet, die zunächst weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigte.

Ab 1890 begann die Polizei, sich in eine bewaffnete Einheit des Landes zu transformieren. 20 Jahre später wurden für die Beamten Gewehre angeschafft, um bei Unruhen in Städten gerüstet zu sein. Pistolen kamen 1917 hinzu. Nach dem Ersten Weltkrieg führten Bürgerunruhen zur Verstärkung der Polizei durch militärische Einheiten. Während des Kapp-Putsches zeigten Polizisten und Führungsoffiziere jedoch ihre Unzuverlässigkeit. Die Sicherheitspolizei wurde aufgelöst und durch die Ordnungspolizei ersetzt. 1933 umfasste die Polizei 21 Einheiten, einschließlich Verwaltung und Kriminalpolizei.

Brutalität der Polizei im Zweiten Weltkrieg

Während des NS-Regimes wurde die Polizei den Streitkräften unterstellt, und ab 1936 standen alle Beamten unter der Kontrolle der SS. Beim Überfall auf Polen kooperierte das Hamburger Polizeibataillon mit der Wehrmacht. Die Einheiten beteiligten sich an Repressionen gegen die Zivilbevölkerung, an Kampfhandlungen gegen die polnische Armee sowie an der Bewachung von Lagern mit Kriegsgefangenen. Sie unterstützten die SS bei Zwangsumsiedlungen, Exekutionen und der Verfolgung von Juden.

Beispielsweise exekutierte die 101. Kompanie des Hamburger Reserve-Polizeibataillons am 13. Juli 1942 im Wald bei Józefów 1500 polnische Juden, darunter Männer, Frauen und Kinder. Am 19. August 1942 erschoss die zweite Kompanie des Bataillons in Łomazy 1700 Juden.

Polizeimuseum Hamburg

Das Polizeimuseum der Stadt basiert auf Materialien, die im 19. Jahrhundert von Gustav Roscher gesammelt wurden. Am 28. Februar 2014 wurde es auf dem Gelände der Polizeiakademie eröffnet. Hier können Besucher in die Arbeit der früheren Ordnungskräfte eintauchen und Räume mit Installationen besichtigen. Die Ausstellungen veranschaulichen, wie sich das Selbstverständnis und die Aufgaben der Polizisten über Jahrzehnte verändert haben. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Rolle der Hamburger Polizei während der NS-Zeit.

Heute genießen die Polizisten großen Respekt, da sie die Einwohner der Stadt vor Kriminellen schützen, Serienmörder jagen und viele wichtige Aufgaben erfüllen. Dank der Polizei können die Hamburger ein ruhiges und sicheres Leben führen.

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