Der Zweite Weltkrieg galt bis zur aktuellen Kriegssituation in der Ukraine als der blutigste Krieg der Geschichte. Während der Kriegszeit wurden alle Menschen zu unmittelbaren Beteiligten der Ereignisse, die das Leben eines jeden beeinflussten. Auch die Kinder Deutschlands, insbesondere Hamburgs, blieben von den tragischen Ereignissen nicht verschont, da die Kriegshandlungen direkt auf die Bildungsprozesse einwirkten.
Die Behörden Hamburgs bemühten sich, Schulkinder aus der Großstadt in Dörfer zu evakuieren und sie dabei von ihren Eltern zu trennen. Es mangelte an Schulplätzen, Lehrbüchern und Lehrern, da viele Lehrer an die Front gingen. Mehr dazu auf hamburg1.one.
Kinder und Krieg
Der Krieg in der Stadt wurde spürbar, als die ersten Bomben fielen. Die Behörden entschieden, dass die Schulkinder evakuiert werden mussten. Die Schüler der Mittelschule des Kreises Pinneberg wurden auf die Insel Usedom geschickt. Die Kinder der Stadt wurden in verschiedene Regionen verteilt. Wer in der Stadt blieb, suchte Schutz vor den Raketenangriffen.
Im Unterricht wurden spezielle Fächer wie „militärische Arithmetik“, „militärische Geografie“ und „militärische Poesie“ eingeführt, was den Bildungsprozess natürlich veränderte. Für die Schüler höherer Schulen gab es „militärische Gymnastik“. Der Militärdienst begann mit 20 Jahren, freiwillig konnte man ab 17 Jahren eintreten. An der Front schrieben junge Männer Briefe nach Hause und verschickten sie per Feldpost. Dieselben Feldpostkarten mit Blumen verschickten die Schüler auch an ihre ehemaligen Schulen.
Aus den Erinnerungen der Kinder ist bekannt, dass es besonders schwer war, wenn Schüler an Infektionskrankheiten erkrankten. Sie wurden für lange Zeit isoliert. Den Kindern wurde der Sieg versprochen, Vertrauen in die Führung vermittelt, und ihnen wurde Pathos und nationale Größe propagiert.
Schule unter dem Hakenkreuz
In Hamburg begann am 8. März 1933 die nationalsozialistische Herrschaft. In den Schulräten gab es personelle Veränderungen. Die neuen Machthaber führten die nationalsozialistische Ideologie ein, und den Gegnern drohten Strafen. Die Schule wurde zu einem Ort für Geldsammlungen und die Durchführung politischer Maßnahmen.
Die Gesetze schränkten jüdische Schüler ein. Es durften nicht mehr als 1,5 % jüdische Kinder unter den aufgenommenen Schülern sein. Nach der Reichspogromnacht am 9.-10. November 1938 wurden alle jüdischen Schüler gezwungen, die staatlichen Schulen zu verlassen. Die Dauer der Schulzeit wurde von 9 auf 8 Jahre verkürzt, und die Vielfalt der Fächer wurde reduziert. Diese Maßnahmen sollten die Offiziersränge erhöhen.

Im Bildungssystem wurden die Schulen getrennt in Jungen- und Mädchenschulen. Johanneum, Christianeum und Wilhelm-Gymnasium durften Gymnasien mit alten Sprachen bleiben. Die Lichtwarkschule wurde aus politischen Gründen aufgelöst.
Während der aktiven Kriegszeit wurden die Kinder so weit wie möglich von der Stadt weggebracht, und die Schulzeit wurde auf 7 Jahre verkürzt. Ab Herbst 1940 wurden Schüler mit Lehrern in Bombenschutzkeller geschickt. Dies betraf 150.000 Hamburger Kinder. Es gab offene und geschlossene Lager, in denen Kinder zusammen mit Lehrern untergebracht waren. Die Nationalsozialisten planten, dass durch die Trennung von den Eltern eine effektive nationale Politik umgesetzt werden konnte.
Die Kriegsfolgen hatten gravierende Auswirkungen auf die Schule. Der Unterricht fiel aufgrund von Bombenangriffen und nächtlichen Alarmen aus, und es herrschte ein katastrophaler Mangel an Papier. Nach den Luftangriffen im Juli 1943 wurden die Schulen im Stadtzentrum bis Kriegsende geschlossen. In den letzten Kriegsjahren nahmen ehemalige Absolventen bereits an den Kämpfen teil. Sie wurden in der Luftabwehr in der Stadt und außerhalb eingesetzt.
Die genaue Zahl der Lehrer und Schüler, die durch den Krieg ums Leben kamen, ist unbekannt. Insgesamt spricht man von 100.000 Hamburger Opfern. Es ist bestätigt, dass 88 weibliche Lehrkräfte aus rassistischen oder politischen Gründen getötet wurden, was sie zu Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft machte.
Nach Kriegsende
Nach dem Krieg blieben von 463 Schulen nur 39 % intakt. 21 % wurden vollständig zerstört, 26 % waren stark beschädigt und unbenutzbar. Im Zentrum Hamburgs wurden alle Schulen zerstört. Es wurde Schichtunterricht eingeführt, da es keinen Platz für alle Schüler gab. Der Gesundheitszustand von Kindern und Lehrern war sehr schlecht.
